Tag 12: Offene Forderungen herein telefonieren – so geht´s

Im Vergleich zum schriftlichen Mahnen ist das telefonische Mahnen deutlich effizienter. Der Kunde, der auf die schriftliche Mahnung schweigen kann, sucht nach Ausflüchten, die keineswegs immer der Wahrheit entsprechen müssen. Genau daraus kann abgelesen werden, wie hoch der soziale Druck durch ein solches Telefonat ist. Es überrascht deswegen nicht, dass Schuldnertelefonate einen ähnlich hohen Wirkungsgrad haben wie die Androhung gerichtlicher Schritte.

Wann ist der beste Zeitpunkt

Die telefonische Mahnung kann an zwei Punkten einsetzen. Der erste ist der Zeitpunkt der Zahlungserinnerung. Hierbei handelt es sich überwiegend um Kunden, zu denen langjährige Verbindungen bestanden. Der Anruf hat den Zweck, den Kunden lediglich auf die offene Rechnung hinzuweisen und um Begleichung innerhalb einer Woche zu bitten. Als Verstärker kann die bisher gute Geschäftsbeziehung genutzt werden. 80 Prozent dieser Kunden zahlen in aller Regel am nächsten Tag.

Die zweite Gelegenheit, das Telefon im Mahnbereich einzusetzen, ist der Zeitpunkt nach der 2. schriftlichen Mahnung. Hier wird es bereits unwahrscheinlich, dass der säumige Zahler die Rechnungsbegleichung lediglich vergessen hat. Zahlungsunfähigkeit oder zeitweise Illiquidität sind oft die Gründe für das Nichtbezahlen.

Sie müssen keine schriftlichen Mahnungen verschicken. Der Zahlungsverzug beginnt am Tag der Fälligkeit. Sie müssen nur nachweisen, dass die Rechnung angekommen ist, d.h diese Fragen muss im Mahntelefonat gestellt werden. Notiere Sie dies schriftlich.

 Wenn keine Zahlungsfrist vereinbart wurde, dann gilt grundsätzlich die gesetzliche 30-Tage-Frist für die Bezahlung der Rechnung.

Fristbeginn:

Die Frist beginnt nicht am Tag der Zustellung, sondern am Tag nach der Zustellung. Wird die Rechnung per Post verschickt, müssen deswegen die Postlaufzeiten hinzugerechnet werden. Das dauert innerhalb von Österreich derzeit etwas mehr als einen Tag. Nach zwei Tagen sind mehr als 90 % aller Sendungen ausgeliefert.

Vereinbarte Zahlungskonditionen gehen vor. Wer mit seinem Kunden konkrete Zahlungskonditionen vereinbart hat, muss nicht mahnen. Vereinbart heißt, die Zahlungskonditionen müssen Teil des Vertrages sein. Beispiel: Vereinbart wird: Lieferung: 14.8, Zahlung: 17.8

  5 Tipps, wie Sie Ihr Mahnwesen noch effizienter gestalten:

  1. Setzen Sie ein kurzes Zahlungsziel. „30 Tage netto“ sind oft üblich, ich empfehle Ihnen jedoch maximal 14 Tage. Geben Sie ein fixes Zahlungsdatum an, z.B: zahlbar bis 31. März 2018
  2. Vermeiden Sie Formulierungen wie „14 Tage nach Erhalt“ oder „innerhalb von 10 Tagen“.
  3.  Mahnen Sie in kurzen Abständen von maximal 10 Tagen.
  4. Ersetzen Sie Mahnbriefe durch das Telefon. Seien Sie freundlich und bestimmt.
  5. Warten Sie nicht zu lange. Übergeben Sie die Forderung spätestens 6 Wochen nach Rechnungslegung zum Inkasso.

In meinem Seminar „Das erfolgreiche Mahngespräch“ lernen Sie, wie Sie Mahntelefonate erfolgreich, sympatisch und dennoch mit Überzeugung führen. Ihre offenen Forderungen werden schlagartig schrumpfen. 25. April, St. Pölten, 09.00 bis 17:00 Uhr: gleich buchen und Platz sichern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s