David gegen Goliath

Lassen Sie sich von den Großen nichts gefallen

Ich lasse mir von großen Firmen bzw. Konzernen definitiv nichts gefallen. Ich weigere mich nicht nur, wenn große Firmen denken, dass Sie sich beim Preis wünschen können, was sie wollen, nur weil sie mächtig sind. Ganz besonders ärgern mich die Praktiken, dass – vornehmlich amerikanische Großfirmen, aber nicht nur – mich mit 10-seitigen Verträgen quälen, die bestenfalls Anwälte halbwegs verstehen – natürlich auf Englisch mit Bezug auf Paragraphen Kanadischen Rechts. Da geht es um Federal Acquisition Regulation, um Summary Subcontract Reports und um digit NAICS subsector, Sie wissen schon was gemeint ist, oder?

Das ganze erhalte ich zum Downloaden auf einer speziellen Website, da muss ich mich vorher natürlich umfangreich registrieren auf dem Supplier Portal. Der Vertrag bezieht sich auf Dienstleistungen, die man nicht mal im Ansatz erbringt, wobei natürlich freundlich drauf hingewiesen wird, dass die Verträge für alle Supplier einheitlich gehalten sind. Da steigt mir die Grausbirne hoch. Wenn es dann noch, um einen Auftrag in Höhe von sage und schreibe 5.000 Euro geht, da flipp ich dann vollends aus.

Und wissen Sie was das Interessante dabei war? Zu 70 % erhalte ich dennoch die Aufträge. Weil Sie meine Absage einfach akzeptieren. Ganz einfach nach dem Motto: Man wird es doch noch probieren dürfen.

Unlängst quälte mich wieder mal eine Firma mit einem solchen Vertrag – dieses Mal ein deutsches Unternehmen und deshalb in deutscher Sprache. Obwohl: auch nicht viel verständlicher als Englisch oder Latein. Und ich habe eine ganz neue Strategie entwickelt: ich habe mich bedankt für die freundliche Übermittlung des Vertrages und angekündigt, dass ich das meinem Anwalt prüfen lassen muss und wohin ich denn die Kosten dafür verrechnen darf. Voll cool, oder? Und wissen Sie was? Es war dann doch nicht mehr sooo wichtig und ein kleiner Zusatz in meiner Auftragsbestätigung war genug.

Aber einen habe ich noch: Ich bekomme wieder einen sehr umfassenden Vertrag – auf Englisch versteht sich – ich markiere alle Passagen, die ich nicht verstehe, weil unbekannte Paragraphen oder Hinweise auf Gesetzestexte. Ich maile das Dokument zurück mit der Bitte mir doch diese Dinge zu erklären, weil ich sie nicht verstehe, das war fast ein Drittel des Textes (fast war ich versucht mein Anliegen auf Deutsch zu formulieren). Das habe ich dann ein paar Mal gemacht und fast alle Passagen, die ich markiert habe, durfte ich plötzlich ganz einfach raus löschen. Was sagt man dazu?

Wenn Sie es mit Dell zu tun haben, dann müssen Sie alle Dokumente in einem speziellen Portal hochladen. Einiges ist dabei schon ausgefüllt. Bei uns ging das nicht, weil Dell eine falsche UID Nummer erfasst hatte – ein Tippfehler halt. Als wir nach 5 Wochen dann das ganze Prozedere hinter uns hatten, kommt doch tatsächlich ein Zahlungsaviso. Wir müssten nur noch 20 Fragen über unser Unternehmen ausfüllen. Unser Geld hatten wir dann nach 90 Tagen am Konto. Da kann man wirklich noch was lernen von den Amis. Aber eines kann ich Ihnen sagen: die Aufwandsentschädigung hole ich mir beim nächsten Folgeauftrag, schließlich bin ich Dienstleister und jede Dienstleistung muss vom Kunden bezahlt werden.

Und wie viel lassen Sie sich gefallen?

Ilse Wagner
TELENOVA Telefonmarketing & Training GmbH
Ließfeldstr.16
3100 St.Pölten
Tel.: 02742/228-0
FAX: 02742/228-52

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